PACKAGING
Holy Grail 2.0 – welches Verpackungsdesign ist für die Einbettung eines Digimarc Digital Barcode für die Sortierung geeignet?
Von Bert Ritzerfeld
Bert Ritzerfeld

Der Projekthintergrund

Mit dem Projekt „Holy Grail“ wurde bereits 2018 eine Initiative gestartet, um eine bessere Sortierbarkeit von Verpackungen im Recyclingprozess zu erreichen. Dabei ist entscheidend, dass die unterschiedlichen Materialien aus denen Verpackungen bestehen, möglichst sortenrein getrennt werden.  Die Voraussetzung dafür ist, dass die Sortieranlagen die unterschiedlichen Materialien erkennen können, diese also eindeutig gekennzeichnet sind.  In der ersten Phase wurden unterschiedliche Technologien auf deren grundsätzliche Tauglichkeit getestet. Dabei hat sich die Implementierung eines Digimarc Codes in die Verpackungsmaterialien als beste Lösung erwiesen. Das Projekt wurde mit dem Gewinn des „Sustainability Awards 2019“ erfolgreich abgeschlossen.

Basierend auf den Erkenntnissen der ersten Phase wurde mit HolyGrail 2.0 das Folgeprojekt initiiert, um in einem Feldversuch die Praxistauglichkeit des Systems zu testen. Dafür werden die am Projekt beteiligten, mehr als 90 Unternehmen, unterschiedliche Verpackungen mit eingebetteten Digimarc Codierungen in die normale Lieferkette einbringen.

 

Was ist bei der Umsetzung zu beachten?

Bei der Einbettung eines Digimarc Code in ein Verpackungsdesign bewegen sich Designer und besonders die PrePress Agenturen immer im Spannungsfeld zweier gegensätzlicher Anforderungen. Auf der einen Seite der Wunsch nach „Unsichtbarkeit“ der Codierung bzw. danach, das Design und die Markenidentität so wenig wie möglich zu beeinflussen. Aber jedoch auf der anderen Seite auch die Anforderung nach bestmöglicher Scanbarkeit.

Komplexer wird die Situation außerdem dadurch, dass Kassensysteme im Handel und die Scanner der Sortieranlagen in Recyclingbetrieben mit unterschiedlichen Scannertypen und Lichtspektren arbeiten. Deshalb setzt eine optimale Umsetzung dieser Anforderungen einiges an Erfahrung auf Seiten der Agenturen und PrePress Dienstleistern voraus.

Unter Berücksichtigung des Druckverfahrens, des Bedruckstoffes und der Farbenanzahl sind bereits viele aktuelle Verpackungsdesigns für die Implementierung des Digimarc Codes gut geeignet. Bei vielen zur Zeit im Handel befindlichen Verpackungen ist es bereits möglich, mit nur geringfügigen Änderungen und Anpassungen des Designs ein perfektes Gleichgewicht zwischen einer sehr guten Lesbarkeit des Codes und einem minimalen visuellen Eindruck zu erreichen.

Optimal ist es natürlich, die Einbettung eines Digimarc Code bereits in der Designphase neuer Verpackungen zu berücksichtigen. Somit kann nicht nur die optimale Umsetzung im späteren Druckprozess gewährleistet werden. Markeninhaber können ihr Engagement in diesem Recycling- und Nachhaltigkeitsprojekt auch über die Verpackung kommunizieren und als Unterstützung für ihre Markenbotschaft nutzen.

Ob nun die Implementierung eines Digimarc Code in ein bestehendes Design, die Modifizierung oder die komplette Neukreation einer Verpackung. Die Einbettung des Codes sollte immer der letzte Schritt der Bearbeitung im Pre-Press Workflow sein. Nur so ist gewährleistet, dass bei der Umarbeitung von Designdaten in Sonderfarben, zum Beispiel für den Flexodruck, der Code korrekt umgesetzt wird.

Ein professionelles Color- und Proofmanagement sollte selbstverständlich sein. Ist es doch unabdingbare Voraussetzung zur Beurteilung des visuellen Impacts der, im besten Fall unsichtbaren, Codierung auf das später zu erwartende Druckergebnis.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass für die technische Umsetzung einer Digimarc Codierung in der Druckvorstufe eine umfassende Expertise und Erfahrung seitens der Pre-Press Agentur vorhanden sein sollte. Nur dann ist ein reibungsloser Ablauf und ein Druckergebnis, dass alle Anforderungen an diese Technologie erfüllt, gewährleistet und einem sortenreinen Recycling wertvoller Verpackungsrohstoffe steht nichts mehr im Wege.